Entgegen dem Trend anderer Länder auf dem europäischen Kontinent plant die Schweiz im Jahr 2011 den Schuldenstand zu senken. Die Schuldenuhr läuft für die Eidgenossenschaft nach der weltweiten Wirtschaftskrise also schon wieder rückwärts.
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Mit einer Schuldenquote – das ist das Verhältnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt – von rund 41,4 % lag die Schweiz 2009 im internationalen Vergleich gut. Ihre Nachbarländer Österreich mit 70 %, Deutschland 75 %, Frankreich 78 % und Italien mit 114 % sind stärker verschuldet.
Diese Tendenz setzt sich fort. Vergleicht man die Schuldenquote der Schweiz mit den großen europäischen Staaten, stellt man fest, dass die Werte seit der Finanzkrise wie die Klingen einer Schere auseinanderlaufen. Die Eidgenossenschaft macht den anderen Nationen solide Finanzpolitik vor.
Mehr Informationen: Eidgenössische Finanzverwaltung
Dank Schuldenbremse und guter Konjunktur während der vergangenen Jahre steht die Schweiz noch ordentlich da: Die Eidgenossenschaft hat in guten Jahren gespart, sodass die Neuverschuldung in Krisenzeiten weniger Sorgen machen muss als in anderen Ländern, wo man schon in Zeiten wirtschaftlicher Höhenflüge über seine Verhältnisse lebte.
Dennoch besteht Grund zur Vorsicht: Milliarden-Kredite belasten auch jetzt schon die Schweiz. Auf jeden Schweizer vom Kleinkind bis zum Rentner kommen knapp 27'000 Franken Staatsschulden. Grosse Mengen Steuergelder werden durch Zinszahlungen verbraucht, anstatt in Infrastruktur, Forschung oder Bildung zu fliessen.
Ein verschuldeter Staat ist weniger handlungsfähig. Bemerkbar macht sich das vor allem wenn es weh tut, nämlich in Krisenzeiten.
Deshalb ist es wichtig, auf dem Kurs nachhaltiger Finanzpolitik zu bleiben. Sollte dies nicht gelingen, würde die Schweiz von der nächsten Krise härter getroffen.