Auch in der Schweiz nimmt die öffentliche Verschuldung zu. Während die Eidgenössische Finanzverwaltung seit 2004 eine sinkende Schuldenlast vermelden konnte, rechnet sie für das Jahr 2010 mit einer Neuverschuldung von 11,75 Milliarden Franken durch Bund, Kantone und Gemeinden.
Unsere Schuldenuhren dürfen kostenlos in andere Webprojekte eingebunden werden, solange es sich nicht um Internetseiten handelt, die in irgendeiner Weise gegen das Gesetz verstossen. Angaben nach besten Wissen aber dennoch ohne Gewähr.
Mit einer Schuldenquote – das ist das Verhältnis von Schulden zum Bruttoinlandsprodukt – von rund 41,4 % lag die Schweiz 2009 im internationalen Vergleich gut. Ihre Nachbarländer Österreich mit 70 %, Deutschland 75 %, Frankreich 78 % und Italien mit 114 % sind stärker verschuldet.
2010 wird die Schweiz zum ersten Mal seit 2004 wieder deutlich mehr ausgeben als einnehmen: Das Defizit in diesem Jahr beträgt rund 11,75 Milliarden Franken und erhöht die Gesamtverschuldung auf 230 Milliarden Franken. Davon entfallen 55 % auf den Bund, 27 % auf die Kantone und 18 % auf die Gemeinden.
Mehr Informationen: Eidgenössische Finanzverwaltung
Dank Schuldenbremse und guter Konjunktur während der vergangenen Jahre steht die Schweiz noch ordentlich da: Die Eidgenossenschaft hat in guten Jahren gespart, sodass die Neuverschuldung in Krisenzeiten weniger Sorgen machen muss als in anderen Ländern, wo man schon in Zeiten wirtschaftlicher Höhenflüge über seine Verhältnisse lebte.
Dennoch besteht Grund zur Vorsicht: Milliarden-Kredite belasten auch jetzt schon die Schweiz. Auf jeden Schweizer vom Kleinkind bis zum Rentner kommen über 28'000 Franken Staatsschulden. Grosse Mengen Steuergelder werden durch Zinszahlungen verbraucht, anstatt in Infrastruktur, Forschung oder Bildung zu fliessen.
Ein verschuldeter Staat ist weniger handlungsfähig. Bemerkbar macht sich das vor allem wenn es weh tut, nämlich in Krisenzeiten.
Deshalb ist es wichtig, so bald wie möglich wieder zum Kurs nachhaltiger Finanzpolitik zurückzukehren. Sollte dies nicht gelingen, würde die Schweiz von der nächsten Krise noch härter getroffen.